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So kannst du deinen inneren Kritiker überwinden – 3 psychologisch fundierte Strategien

  • Sabrina Szutowski
  • 22. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Rückenansicht einer Frau im Wind

Kennst du das Gefühl, wenn im Stillen – oder manchmal auch ziemlich laut – eine Stimme in deinem Kopf zu sprechen beginnt? Eine Stimme, die deine Entscheidungen hinterfragt, deine Fähigkeiten anzweifelt oder dir die schlimmsten Szenarien ausmalt?

Vielleicht kurz vor einer wichtigen Präsentation, wenn sie flüstert:

"Das wird peinlich, du schaffst das nie."

Oder wenn du einen Moment der Ruhe suchst und stattdessen eine Endlosschleife aus Sorgen und Selbstvorwürfen startet?


Es ist ein zermürbendes, oft unsichtbares Ringen.

Diese Stimme – dein innerer Kritiker – sabotiert nicht nur dein Selbstvertrauen, sondern kann sich auf jeden Bereich deines Lebens auswirken: Im Job, in Beziehungen, in deiner mentalen und sogar physischen Gesundheit.

Sie raubt dir Energie und Lebensfreude, oft ohne dass du bewusst merkst, wie sehr sie dich steuert und deine mentale Stärke untergräbt.


Aus psychologischer Sicht ist dein innerer Kritiker jedoch kein Feind, der besiegt werden muss. 

Er ist oft ein fehlgeleiteter Beschützer, ein Produkt evolutionärer Anpassungen, der uns früher vor Gefahren bewahren sollte, indem er uns zur Vorsicht mahnte. Oder er ist das Echo von Erfahrungen und gelernten Mustern. Er meint es manchmal gut, aber er ist in seiner Ausdrucksweise oft grob, verallgemeinernd und schlichtweg unproduktiv für dein heutiges Leben. Er verstärkt oft deine Selbstzweifel.


Deine Gedanken sind mächtig, doch ihre Macht liegt oft nicht in ihrem Inhalt, sondern in deiner Beziehung zu ihnen.

Wenn du dich mit kritischen Gedanken „verklebst“ – sie als absolute Wahrheit oder als Teil deiner Identität annimmst – gerätst du in einen Kreislauf, aus dem es schwer ist auszubrechen und negative Gedanken loszuwerden.


Der psychologische Fachbegriff für dieses Verkleben mit Gedanken ist kognitive Fusion.

Du verwechselst den Gedanken mit der Realität, das Gefühl mit dem Fakt.

Du identifizierst dich so stark mit dem Inhalt deiner Gedanken, dass du nicht mehr sehen kannst, dass es nur Gedanken sind. Doch du bist mehr als deine Gedanken.

Und du hast die Wahl, wie du mit ihnen umgehst.


Kognitive Defusion: Der Schlüssel, um deinen inneren Kritiker zu überwinden


Kognitive Defusion ist eine therapeutisch anerkannte Strategie, die uns lehrt, unsere Gedanken als das zu sehen, was sie sind:

Flüchtige Ereignisse im Geist, keine Befehle und keine unveränderlichen Fakten.

Es geht darum, eine gesunde Distanz zu schaffen, um bewusster und selbstbestimmter handeln zu können.

Wenn du deinen inneren Kritiker überwinden möchtest, ist dies ein Schlüssel.


Hier sind drei psychologisch fundierte Techniken, die du sofort anwenden kannst, um deine Beziehung zu deinem inneren Kritiker neu zu gestalten und seine Macht über dich zu reduzieren:


Den inneren Kritiker überwinden mit dem

"Danke, mein Kopf!"-Ansatz


Der nächste kritische Gedanke kommt auf: "Das schaffe ich nie."

Oder: "Ich bin nicht gut genug."

Atme kurz ein und sage innerlich oder leise: "Danke, mein Kopf, für diesen Gedanken." Oder noch spezifischer: "Aha, da ist der Gedanke, dass ich das nicht schaffen werde."

Dies ist eine der effektivsten psychologischen Strategien gegen hartnäckige Gedanken.


Hier geschieht etwas Faszinierendes:

Du verschiebst deine Position vom Identifizierten zum Beobachter.

Du steigst aus der automatischen Gedankenspirale aus und aktivierst deinen präfrontalen Kortex – den Teil des Gehirns, der für bewusste Entscheidungen und Reflektion zuständig ist.

Du zeigst deinem Gehirn: "Ich habe diesen Gedanken zur Kenntnis genommen, aber ich muss ihn nicht als Befehl oder absolute Wahrheit annehmen."

Es ist eine klare Botschaft der De-Identifikation. Du erkennst an, dass der Gedanke da ist, ohne ihn zu deinem "Ich" zu machen.

So beginnst du, deinen inneren Kritiker zu überwinden.


Deinen inneren Kritiker überwinden mit dem

"Wolken- oder Blätter-Trick"


Stell dir vor, jeder deiner kritischen Gedanken ist eine Wolke am Himmel.

Beobachte, wie diese Wolke auftaucht, durch den Himmel zieht und schließlich wieder verschwindet.

Oder visualisiere Blätter, die auf einem ruhigen Fluss dahintreiben, und lege jeden negativen Gedanken auf eines dieser Blätter. Sieh zu, wie das Blatt mit dem Gedanken langsam außer Sichtweite treibt.

Mit dieser Technik kannst du deine negativen Gedanken loswerden, indem du ihre Bedeutung reduzierst.


Diese Metaphern sind keine bloße "Schönmalerei".

Sie sind hochwirksame Werkzeuge der kognitiven Distanzierung.

Dein Gehirn ist darauf ausgelegt, Geschichten und Bilder zu verarbeiten.

Indem du deine Gedanken visualisierst und als externe Objekte wahrnimmst, entziehst du ihnen die unmittelbare, emotionale Bindung. Du lernst, die Vergänglichkeit von Gedanken zu erleben – sie sind keine permanenten Realitäten, sondern temporäre Ereignisse in deinem Bewusstsein.

Du veränderst die neuronale Verschaltung von 'Ich BIN dieser Gedanke' zu 'Ich HABE diesen Gedanken'.

Es geht darum, das Gefühl der Bedrohung oder Dringlichkeit zu reduzieren, indem du die Perspektive wechselst und somit deine mentale Stärke trainierst.


Den inneren Kritiker überwinden –

die Kraft des "Ich bemerke..."-Wortspiels


Anstatt zu denken oder zu sagen: "Ich bin nicht gut genug", formuliere es um zu:

"Ich bemerke, dass ich den Gedanken habe, nicht gut genug zu sein." 

Das ist eine kraftvolle Methode, um Gedanken zu stoppen, die dich belasten.


Diese präzise Formulierung ist eine Meisterleistung der Metakognition – dem Denken über das Denken.

Sie schafft eine grammatikalische und psychologische Lücke zwischen dir und dem Gedankeninhalt. Du erkennst den Gedanken als ein Phänomen in deinem Geist an, ohne ihn zu bewerten oder dich mit ihm zu identifizieren. Du betonst den Prozess des Denkens und nicht den Inhalt des Gedankens. Dies stärkt dein beobachtendes Selbst und lehrt dich, deine Gedanken als mentale Ereignisse zu betrachten.

Es ist ein grundlegender Schritt, um aus der automatischen Identifikation mit negativen Selbstzuschreibungen herauszukommen und dein Selbstvertrauen zu stärken.


Dein Gewinn, wenn du den inneren Kritiker überwindest: Selbstführung und mentale Klarheit


Diese Techniken sind keine magischen Zauberformeln, die deine Gedanken über Nacht verschwinden lassen. Das ist auch nicht das Ziel. Das Ziel ist es, deine Beziehung zu deinen Gedanken grundlegend zu verändern.

Du lernst, sie zu beobachten, ohne dich von ihnen mitreißen zu lassen.

Du entwickelst eine innere Flexibilität, die es dir ermöglicht, trotz störender Gedanken handlungsfähig zu bleiben und deine Werte zu leben.


Was du dadurch gewinnst, ist eine tiefere Form von Selbstvertrauen:

Es ist das Vertrauen in deine Fähigkeit, mit inneren Herausforderungen umzugehen, anstatt sie zu vermeiden oder zu unterdrücken.

Du gewinnst mentale Klarheit, reduzierst unnötigen Stress und stärkst deine Fähigkeit zur Selbstführung in einer komplexen Welt.

Es ist ein Akt der Selbstachtung, die Verantwortung für deine innere Landschaft zu übernehmen.


Es ist Zeit, die Führung in deinem eigenen Geist zurückzugewinnen.

 
 

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